Der Fußballlehrer Rudolf Bommer saß am Dienstag im Garten seines Hauses in Aschaffenburg und vor sich, auf dem Tisch, da lagen die Zettel. 'Tausende Zettel', sagte er, 'es sind eintausend Zettel mit eintausend Telefonnummern von Spielerberatern. Und nebenan, am Computer, da fliegt gerade mein Postfach auseinander. So viele Angebote gehen gerade bei mir ein.' Zwei Wochen ist es gerade einmal her, da hat Bommer eine Anstellung als Trainer des Drittligisten Wacker Burghausen übernommen. In der spielfreien Phase ist das wenig Zeit, um die Schwachstellen innerhalb einer Mannschaft zu erkennen, die in der vergangenen Saison so schlecht spielte, dass sie als Tabellen-18. eigentlich in die Regionalliga hätte absteigen müssen - Wacker wurde nur errettet, weil nach dem letzten Spieltag das Insolvenzverfahren gegen Rot-Weiß Ahlen eröffnet wurde. Bommer sagt: 'Ich habe noch kein einziges Training abgehalten und die Fans erwarten jetzt schon von mir, dass wir nächste Saison wieder aufsteigen. Dabei habe ich hier eine leblose Mannschaft vorgefunden, mit der das kaum möglich sein wird. Und ich kann nicht zaubern.'

 

 

Bommer weckt Erwartungen

Die Erwartungshaltung im Umfeld des Vereins ist so groß, weil unter Trainer Bommer im Jahr 2002 der einzige Aufstieg Burghausens in die zweite Liga gelang. Und weil er dies mit einer Mannschaft bewerkstelligte, die sich zum Zeitpunkt seines Amtsantritt im Jahr 2000 als Tabellen-18. der Regionalliga in einem ähnlich desolaten Zustand befand. 'Mich rührt es total, dass ich in Burghausen wieder so herzlich empfangen wurde. Aber die Wahrheit ist doch, dass uns einfach das nötige Geld fehlt, um eine Aufstiegsmannschaft zusammenzustellen.'

Vier Spieler hat Burghausen in den vergangenen zwei Wochen verpflichtet, allesamt ablösefrei: Die defensiven Mittelfeldspieler Heiko Schwarz, 21, bislang bei Energie Cottbus unter Vertrag, sowie den zweitligaerfahrenen Matthias Heidrich, 33, der vom VfL Osnabrück wechselte. Hinzu kommen der 27-jährige Josef Cinar, ein bulliger Innenverteidiger mit 1,94 Meter Körpergröße, vom Regionalligisten Eintracht Trier sowie Linksverteidiger Mounir Chaftar, 25, aus der U23 von Eintracht Frankfurt. 'Mein Plan ist, dass ich hier zunächst eine stabile Achse aus zuverlässigen, erfahrenen Spielern etabliere', sagt Bommer. 'Burghausens Mannschaft war bislang zu jugendlich.' Sechs Spieler haben derweil den Verein verlassen (Leãn, Hackenberg, Halfar, Cappek, Knappmann, Wolf), fest steht ebenfalls, dass sich Stürmer Eric Agyemang, in der vergangenen Saison mit 13 Toren bester Schütze, einen Verein bei Hamburg suchen wird. 'Eric hätte ich gerne gehalten, aber er wollte zurück zu seiner Familie in den Norden', sagt Bommer. 'Zwei Stürmer müssen wir also noch verpflichten. Einen kopfballstarken und einen, der so schnell ist wie Eric.' Irgendwo werden die Namen vielleicht bereits zu lesen sein. Auf einem der vielen Zettel, die Rudi Bommer noch studieren muss
Quelle:Pnp.de
 

René Vollath fängt weiter für Burghausens Drittliga-Team − auch wenn er in der vergangenen Saison gelegentlich durch Undiszipliniertheiten auffiel.  − F.: Butzhammer

 

René Vollath fängt weiter für Burghausens Drittliga-Team − auch wenn er in der vergangenen Saison gelegentlich durch Undiszipliniertheiten auffiel.  − F.: Butzhammer

René Vollath fängt weiter für Burghausens Drittliga-Team − auch wenn er in der vergangenen Saison gelegentlich durch Undiszipliniertheiten auffiel.  − F.: Butzhammer